R. Mohler 2005 Kontakt Sitemap Disclaimer Home
Aktuell Allerlei e. Spitaldirektor Politiker Gastrosoph Wein-Liebhaber Pastis-Liebhaber Absinthe-Liebhaber Zitate

Ein nationales Fest


Einmal mehr hat es uns wieder nach Saignelégier an den Marché-Concours National de Chevaux gezogen.

Der Marché-Concours ist ein Anlaß der weit mehr als nur Jurassier und Pferdefreunde betrifft.

Im 2011 wurde der jurassische Traditionsanlaß bereits zum 108. Mal ausgetragen. In Saignelégier, einer Gemeinde mit rund 2'200 Einwohnern finden sich am zweiten Wochende im August rund 50'000 Besucherinnen und Besucher ein. Die Schweizerinnen und Schweizer kommen buchstäblich von Genf bis an den Bodensee, von Graubünden bis Basel und auch vom Tessin und bis nach Schaffhausen. Sie kommen alle, um auf diesem friedlichen Hochplateau im Herzen des Juras die Landschaft, die herrliche ländliche Ambiance, die Pferdevorführungen, die Rennen und die Pferdepräsentationen zu genießen.
Es ist jedes Jahr ein Moment der nationalen Zusammenkunft, zu der auch Leute aus dem Ausland hinzu kommen. Man sieht nicht nur Autonummern aus dem benachbarten Département du Doubs oder aus dem Elsaß. Es dreht sich auch nicht nur um Liechtensteiner. Es kommen Leute aus den Pferdehochburgen im nördlichen Deutschland, und man sieht ebenso Wagen mit Nummern von Avignon bis München.
Jedes Jahr gibt es einen Gastkanton, der sich vorstellt. Im 2011 war es der Kanton Schaffhausen, der sich sehr sympathisch und auch als anderer ländlicher Kanton vorgestellt hatte.
Was man manchmal – gerade als Deutschschweizer – gar nicht so richtig wahrnimmt: Die Jurassier fühlen sich wie jeder andere Kanton als Teil der Schweiz, was jeweils gerade im Festumzug zum Ausdruck kommt.
Zum guten kantonalen Selbstverständis gehört es sich, daß die Gemeinden präsent sind.
Die Jurassier sind seit Jahrhunderten gute Pferdezüchter. Und das steht im Zentrum des Marché-Concours. In den letzten etwa zwanzig Jahren hat die Freiberger Zucht – "FM" für Franche Montagne – große Fortschritte gemacht. Aus einem einfacheren, bäuerlichen Arbeitspferd wurden moderne Sport- und Freizeitpferde herausgezüchtet, die sich in jeder Hinsicht sehen lassen dürfen.
Neben ernsthaften Flachrennen gibt es am Marché-Conocurs auch fröhliche ländliche Rennen, bei denen sich Jugendliche ohne Sattel und ohne Steigbügel gegenseitig zeigen, was Reiten heißt. Und richtig fahren kann der, der einen Brütschiwagen im Zweispänner als erster ins Ziel bringt. Doch ganz heftig geht es beim Fahren mit römischen Streitwagen zu und her.
Berechtigterweise gehört jedoch die ganze Freude des Marché-Concours der erfolgreichen Pferdezucht im Jura.

Der Marché-Concours ist ein nationaler Anlaß an dem sich die Schweizerinnen und Schweizer aus allen Ecken des Landes treffen. Und bei diesem Besuch im Jura erleben sie jedesmal aufs Neue, wie schön diese Gegend ist, wie stark Jurassierinnen und Jurassier zu unserem Land gehören und wie tief die ruralen Wurzeln für unser ganzes Land sind.

Unserer Eidgenossenschaft würde es sehr gut tun, wenn es noch viel mehr solcher jährlichen gesamtschweizerischen Begegnungen gäbe.


Dienstag, 16.08.2011 RM